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Die Kurstaaten, das waren einmal lebensfrohe Länder in einem untergegangenen Alten Reich. Derer gab es genau drei Stück: Kurtrier, Kurköln und Kurmainz. In diesen Ländern, die von einem Bischof regiert wurden und natürlich streng katholisch waren, ging es den Leuten einfach besser als in anderen Landesteilen.

„Unter‘ m Krummstab ist gut Leben.“

sagte der Volksmund. Es waren halt Staaten, in denen einem das Leben wie eine Kur vorkam.


Das Leben in Nicht-Kurstaaten Bearbeiten

...war vom protestantischen Arbeitsethos geprägt. Schon früh um vier wurde geweckt und um halb fünf war Antreten im Bergwerk zum Gänge hauen. An den wenigen Feiertagen durfte im Steinbruch gearbeitet werden, wenigstens Tageslicht! Eine karge Wassersuppe war Lohn der Mühe. Reich wurde niemand, denn die Gewinne aus solchen Projekten wurden, obwohl Glücksspiele protestantischerseits verboten sind, an den eben erst entstandenen Börsen verzockt.

Die drei Kurstaaten Bearbeiten

In Kurtrier wurde in erster Linie die Weinseligkeit an Rhein und Mosel gepflegt, ebenso in Kurmainz, wo auch noch „Weck un‘ Worscht“ mit dem Wein die Wassersuppe vom Speiseplan verdrängen konnte. Im zu Kurköln gehörenden Sauerland entwickelte sich die Tradition des „Urlaubmachens“ und des Wanderns-als-Zeitvertreib. Waren solche Wanderschaften ursprünglich rein religiös motivierte Wallfahrten, so stellt das kurkölnische Sauerland heute auch dem nichtkatholischen Erholungssuchenden seine Pfade zur Verfügung. Auch wurden schon Flusskreuzfahrten angeboten, beispielsweise als Schiffswallfahrt nach Bornhofen.


Reste kurstaatlichen Frohsinns in der Neuzeit Bearbeiten

Als nach dem zweiten Weltkrieg ein deutscher Weststaat in etwa als „Rheinische Republik“ gegründet wurde, empfanden es die Norddeutschen Protestanten als Glück, in einem (Fast-)Kurstaat zu leben und ließen bedenklich in ihrem Arbeitsethos nach. Und als nach 1990 auch die durch den Sozialismus aller Fron entwöhnten Ostdeutschen dazukamen, war es vorbei mit kurstaatlicher Herrlichkeit. Eine Reform folgte auf die andere und es scheint Zweck der Regierung geworden zu sein, eine Erneuerung der Reformation hinsichtlich der Arbeitsmoral durchzuführen. Die Agenda 2010 heißt tatsächlich Agenda 2017. Aber bis dahin lasst uns fröhlich sein und auf dem sinkenden Luxusdampfer feiernd auf den Untergang warten. Ab 2017 hilft nur noch beten...

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